Bitte mehr Autos in Döbling!

Seit vielen Jahren wird die Anzahl der PKW-Stellplätze in unserem Bezirk erhöht. Meist zu Lasten von zu Fuß Gehenden durch Gehsteigabschrägungen oder der Änderungen von Längsparker auf Schrägparker wie bspw. in der Obkirchergasse 19-27. Ein Duchkommen mit Kinderwagen, Rollator oder für entgegenkommende zu Fuß Gehende ist schwierig. Tiefgaragen wie die, die unter dem Rudolfinerhaus gebaut wird, erhöhen ebenso laufend das KfZ Stellplatz-Angebot – hier um 220 Parkplätze.

Für platzsparende und sanfte Mobilitätsformen wie zu Fuß Gehende oder Radfahrende werden kaum neue oder sichere Verbindungen geschaffen bzw. Öffentlicher Raum frei gemacht. Aktuelle Umgestaltungen wie am Sieveringer Spitz lassen Chancen dafür ungenützt liegen. Dafür werden dort Gehende und Radler durch eine Ampel in ihre Schranken gewiesen.

Leider hat der Bezirk kein fixes Bezirksbudget für die Radfahrinfrastruktur vorgesehen und ist seit Jahren mit deutlichem Abstand von 23. Wiener Gemeindebezirken Schlusslicht bei Radfahren gegen die Einbahn. Sichere und eigenständige Radverkehrsanlagen, die nicht von der Stadt zentral finanziert werden, sind selten. Der Verlauf mancher Radwege, wie auf der Heiligenstädter Strasse ohne sinnvoller Anbindungen und in einem schlechten Zustand.

Dass Wien wächst, ist in allen Döblinger Bezirksteilen zu spüren. In Heiligenstadt wird derzeit das Muthgassenviertel entwickelt, in den Bezirksteilen Oberdöbling, Sievering, Grinzing bis Neustift werden zahlreiche Baulücken geschlossen oder stärker verdichtet. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind viel stärker ausgelastet als noch vor 5 Jahren und tägliche Staus in der Krottenbachstrasse, Barawitzkagasse oder Gunoldstrasse gehören zum Döblinger Alltag.

Das Konzept der letzten 30 Jahre, mehr PKW-Stellplätze in Döbling zu schaffen, und damit den KFZ-Pendlerverkehr mit kostenlosen Parkplätzen auf öffentlichem Raum wie auch den KFZ-Verkehr innerhalb des Bezirks zu fördern, ist keine Lösung für die Zukunft.

(CC) https://www.flickr.com/photos/dugspr/

Die Gans Lilli, die vom 39er-Strassenbahn-Fahrer immer wieder von den Schienen weggetragen werden musste, ist ein Symbol für dörfliche Ruhe und Gemütlichkeit in Döbling. Ihr Denkmal findet sich auf der Sieveringer Strasse 104.

Wie kann eine Lösung mit mehr Lebensqualität für Döbling aussehen? Klar ist, dass zu Fuß Gehende und Radler weniger Platz benötigen. Eine funktionierende Nahversorgung, durchlässigere Rad-Verbindungen im Grätzl, Elektrofahrräder besonders für höher gelegene Wohnorte, Car Sharing, Lastenfahrräder und Investitionen in Plätze mit höherer Aufenthaltsqualität wie in die Infrastruktur für zu Fuß Gehende und Radler würde ein lebenswerteres Döbling ermöglichen.

 

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