99 x Radfahren in Döbling!
Gepostet von Radeln in Döbling am Aug. 19, 2025 in Neuigkeiten, Was uns bewegtIm Frühjahr erhob der VCÖ auf einer Karte Problemstellen für Radfahrende. 99 Einträge wurden für Döbling abgegeben. Wir haben uns diese Gefahrenstellen näher angeschaut. Die meisten liegen in Hauptstraßen ohne Radverkehrsanlagen, wo der Kfz-Verkehr mit hohem Tempo unterwegs ist oder bei Engstellen und Schienen, an denen Radelnde zum Spurwechsel über die Schienen gezwungen sind.
Die unzureichende Anbindung bestehender Radverkehrsanlagen ist das zweite große Thema. Einfache Abhilfe ist hier die Öffnung von Einbahnen. So werden Wege verkürzt und sichere Verbindungen geschaffen: in der Hofzeile, Felix-Mottl-Straße (zur Boku), Klabundgasse, Görgengasse, Paradisgasse oder Sauerburggasse. Wegen fehlender Radwege wurden auch Verbindungen durch den Hugo-Wolf-Park und den Fellingerpark (Hirschenbergl) angeregt.
Ein besonders virulentes Thema ist der Mehrzweckstreifen in der Hardtgasse Richtung Osten, vorbei an 90-Grad-Ausparkenden, die kaum Sicht auf herunterkommende Radfahrende haben. Schlechte Sichtbeziehungen ist das dritte Thema bez. Gefahrenstellen. So fehlen bei manchen Kreuzungen die Überfahrten für den Radverkehr, wie in der Muthgasse oder bei der Querung vom Währinger Park über die Philipovichgasse bzw. in der Mooslackengasse vor bzw. nach der Unterführung.
Problemstellen verursachen auch „Elterntaxis“, die oft kritische Situationen provozieren, besonders in der oberen Billrothstraße, im Bereich der VS Kreindlgasse und der Neulandschule. Acht Meldungen wurden nach dem Ende des Krottenbachradweges zwischen Glanzing und Neustift eingetragen. Dort täuschen die Bodenmarkierungen am Anfang dieser Hauptradroute einen Mehrzweckstreifen vor, der dann unvermittelt endet.
Zu den Problembereichen im Detail:
Entlang von Donau und Donaukanal
Hier gibt es die meisten Nennungen: Konflikte aufgrund unzureichender Breite im Bereich des Nussdorfer Stegs – , die fehlende Anbindung zur Grinzinger Straße sowie nicht ausreichende Breite und schlechte Beleuchtung an einigen Abschnitten des Donau- und Donaukanalradwegs. Besondere Gefahrenstellen sind die Abzweigungen des Radwegs vor der Unterführung in die Sickenberggasse und ins Kahlenbergerdorf.
Hofzeile / Billrothstraße-Grinzing und Döblinger Hauptstraße-Hohe Warte
Ein großes Anliegen ist den Radfahrenden die Öffnung der Einbahn in der Hofzeile 1 bis 3 als Lückenschluss Skywalk Rudolfinerhaus. Dazu sammelt aktuell eine Bürgerinitative Unterschriften. Entlang der Linien 38 und 37 bereitet ein hohes Verkehrsaufkommen in Kombination mit kaum vorhandener Radinfrastruktur Probleme. Diese endet – soweit überhaupt vorhanden- an Stellen, wo Straßenbahnschienen gequert werden müssen.
Hardtgasse / Skywalk
Im Bereich der Hardtgasse stellen ausparkende Fahrzeuge der 90-Grad-Parkenden bzw. Fahrzeuge, die in die Fahrbahn hineinragen, eine große Gefahr auf dieser zentralen Route dar. Dazu gab es bereits einen Bezirksbeschluss mit großer Mehrheit zur zeitgemäßen Neugestaltung dieser Hauptradroute. Wir sind gespannt auf die Umsetzung. Beim Skywalk wurden Maßnahmen gefordert, um Konflikte zwischen Zu-Fuß-Gehenden und Radfahrenden zu reduzieren.
Heiligenstadt – Nussdorf
In Richtung Nussdorf endet der Heiligenstädter Radweg abrupt 100 Meter vor der Grinzinger Straße. Bedarf gibt es auch an sicheren Verbindungen von Heiligenstadt nach Oberdöbling und nach Grinzing: Die Hauptradroute Grinzinger Straße ist über die gesamte Länge gefährlich zu befahren. Schulen, Parks und Kindergärten sind derzeit nicht sicher erreichbar: Hier bräuchte es dringend einen Radweg. In der Gallmeyergasse gefährden hohes Verkehrsaufkommen und tlw. überhöhte Geschwindigkeiten die Radfahrenden. Auch die fehlende sichere Verbindung vom neuen Radweg auf der Heiligenstädter Straße und der Gallmeyergasse zur Geistingergasse (und weiter zum Radweg Gunoldstraße) wurde mehrfach genannt.
Verbindung zum Gürtelradweg
Zwischen Heiligenstädter Straße und Gürtelradweg fehlt noch immer eine sichere direkte Radverkehrsverbindung. Zudem möchten Radfahrende auch auf der Billrothstraße und der Döblinger Hauptstraße sicher den Gürtelradweg erreichen. Beim Liechtenwerder Platz gab es schon Verbesserungen, die Ampelschaltung verursacht allerdings noch lange Wartezeiten.
Viele Meldungen entsprechen langjährigen Forderungen von Radeln in Döbling, und viele Lösungsvorschläge finden sich im Bezirksradkonzept wieder, das im Dezember 2024 veröffentlicht wurde. Aber es gibt auch einige Stellen, die wir nicht im Fokus hatten. Wir danken allen, die sich Zeit genommen haben, ihre Erfahrungen als Radfahrende in Döbling öffentlich zu machen. Mit Eurer Unterstützung bleiben wir im öffentlichen Diskurs dran, um Stück für Stück mehr Sicherheit für Radfahrende durchzusetzen.

