Montags-Kundgebungen gehen weiter

Die bereits dritte Kundgebung brachte trotz Winterwetter noch mehr Teilnehmende und zeigte klar: Die Döblinger Bevölkerung hat genug von 30 Jahre Warten auf den Radweg Krottenbachstraße. Daher werden die Kundgebungen fortgesetzt und Forderungen an Bezirkspolitik übergeben. Am Weg in die Arbeit, die Schule oder zum Einkaufen machen Döblinger Radfahrende im montäglichen Frühverkehr auf die Säumigkeit der Politik aufmerksam.

Trotz Temperaturen um den Gefrierpunkt und kaltem Wind startete diesen Montag um 7:30 eine große Gruppe, der sich auf der Strecke weitere Radelnde anschlossen. Ausgerüstet mit Abstandshaltern und Plakaten wie: „Hier fehlt ein Radweg!“ „Radwege auf allen Hauptstraßen!“, sowie unter vielstimmigem Klingeln und Rufen wie „Radweg jetzt!“ ging es los. Die Krottenbachstraße wurde bis Glanzing zweimal abgefahren, wobei der Bus immer wieder vorbeigelassen wurde. Der unveränderte tägliche morgendliche KFZ-Stau stadteinwärts ermöglichte den Autofahrenden, die Plakate „in Ruhe“ zu lesen. Wo bleibt der Radweg Krottenbachstraße als Alternative zum Autostau?

Jeden Montag kamen mehr Radelnde zu den Kundgebungen und das zeigt deutlich: Die Menschen in Döbling fahren mit dem Rad zur Arbeit und erledigen radelnd ihre Alltagswege, jeden Tag, auch im Winter. Dazu brauchen wir endlich Radwege, auf denen Kinder und Erwachsene sicher unterwegs sein können.

Kundgebungen gehen weiter

Aufgrund des Zuspruchs aus der Döblinger Bevölkerung und getreu dem Motto „Wir sind hier, wir sind laut, bis ihr uns den Radweg baut!“ hat Radeln in Döbling weitere Aktionen festgelegt:

  • Die Montags-Kundgebungen werden fortgesetzt, am 10. und 24. Jänner jeweils um 7:30 Uhr, Treffpunkt Ecke Obersteinergasse / Krottenbachstraße. 07:35 Start stadtauswärts, 07:50 Busumkehre Glanzing und Fahrt stadteinwärts, 08:00 Wendepunkt bei der Post (Flotowgasse) und Fahrt stadtauswärts; Hinweis: Bei Schneelage, Starkregen oder Sturm entfällt die Kundgebung.
  • Am am 13. Dezember erfolgt die Übergabe der 12 dringendsten Rad-Forderungen an Bezirksvorsteher Daniel Resch (ÖVP) und seine Kolleg*innen Thomas Mader (SPÖ), Katharina Kunz (Grüne) und Nandita Reisinger-Chowdhury (Neos).

Warum die Montags-Kundgebungen nötig sind

An bis jetzt drei Montagen im November rief Radeln in Döbling dazu auf, die Alltagswege mit dem Rad mit Kundgebungen für eine sichere Rad-Infrastruktur zu begleiten: Wer in der Früh auf dem Weg zu Arbeit, Schule, Post, etc. radelt, konnte sich der Kundgebung ein Stück anschließen. Denn obwohl unsere Petition für den Krottenbachradweg im Mai mit 2.250 Unterschriften, sowie die Demonstration im Juni mit 250 Teilnehmern, ein deutliches Votum der Menschen in Döbling für eine sichere Rad-Infrastruktur war, ist schon wieder ist ein halbes Jahr vergangen, ohne dass etwas Sichtbares für den Radweg Krottenbachstraße passiert ist. Auch sonst sind Verbesserungen für sicheres Radfahren im Herzen Döblings, in Sievering, Oberdöbling, Grinzing, Hohe Warte usw. mehr als überschaubar.

Verkehrsstadträtin und Bezirksvorstehung sind säumig

Der Bau des Radwegs Krottenbachstraße liegt in der Verantwortung von Verkehrsstadträtin Ulli Sima. Für den Bau eines solchen gibt es einen gültigen Beschluss der Bezirksvertretung Döblings. Wir fordern Verkehrsstadträtin Ulli Sima auf, den baulich getrennten und durchgängigen Radweg in beide Richtungen in der Krottenbachstraße jetzt endlich im Detail zu planen und bis 2023 umzusetzen. Wir fordern die Bezirksvorstehung Döblings auf, Investitionen für Verkehrssicherheit für Fußgänger, die Beschleunigung des 35A, eine faire Raumaufteilung und Klimaschutz in unserem Bezirk nicht länger zu blockieren.

 

Hintergrund-Information zum Radweg Krottenbachstraße

Der „Radweg Krottenbachstraße“ in Wien-Döbling ist seit 30 Jahren ein Hauptradroute in Planung – ohne, dass es jemals konkret wurde.

  • Seit 2003 existiert eine erste Planung der Stadt für die Umsetzung eines Zwei-Richtungs-Radweges. Dieser damals geplante Radweg entspricht mit seiner Breite und der Lage zwischen ein- und ausparkenden Autos nicht mehr dem heutigen Radverkehrsaufkommen und Sicherheitsstandards auf neu gebauten Radwegen.
  • Mit Juli 2019 führte Döbling die Parkraumbewirtschaftung ein. Damit wurden schlagartig tausende Stellplätze im Bezirk frei.
  • Seit Ende 2020 liegt eine Machbarkeitsuntersuchung der Stadt für die Umsetzung des Radwegs auf einer Länge von drei Kilometern zwischen Cottagegasse und Rathstraße vor. Damit der Radweg keine Insellösung wird, sind in der Studie auch die Anbindungen an die Radroute Peter Jordan-Straße und weiter zum Skywalk (Spittelau) via Cottagegasse sowie nach Oberdöbling, Sievering und Grinzing/er Allee via Obkirchergasse enthalten.
  • Am 17.12.2020 wurde mit Stimmenmehrheit von SPÖ, Grünen und NEOS die Verkehrsstadträtin vom Bezirk zur Errichtung des Radweg Krottenbachstraße im Zuge der Wasserleitungssanierung aufgefordert.
  • Im Frühjahr 2021 haben 2.250 Bürger*innen die erfolgreichste Petition Döblings „Radweg Krottenbachstraße jetzt!“ unterschrieben, mit der Forderung an die Stadt Wien nach der Errichtung eines durchgängigen baulich getrennten Radweges für jung bis alt an der Krottenbachstraße.
  • Im Juni 2021 haben 250 Teilnehmer*innen mit der Demo „Radweg Krottenbachstraße jetzt“ ein eindrucksvolles Zeichen gesetzt und die Bezirks- und Stadtpolitik zum überfälligen Öffnen von Einbahnen und der Errichtung von Radwegen auf Hauptstraßen aufgefordert.

Mehr als ein Drittel der Döblinger Bevölkerung (rund 28.000 Menschen) würde mit einem hochwertigen, baulich getrennten Radweg in der Krottenbachstraße erstmals eine sichere Radverkehrsverbindung in das Stadtzentrum erhalten. Das ermöglicht Menschen aller Altersgruppen, aufs Rad umzusteigen und diesen zentralen Verkehrsweg mit der geringsten Steigung für ihre täglichen Wege wie Schule, Arbeit, Einkaufen und Freizeit zu nutzen.

Anrainer*innen, Nutzer*innen des Öffentlichen Verkehrs und zu Fuß Gehende könnten ebenfalls von einer Umgestaltung der Krottenbachstraße profitieren: Mehr Menschen, die auf sicheren Radwegen unterwegs sind, bedeutet weniger Lärm und Abgase. Mit Querungshilfen, Anrampungen und Gehsteigvorziehungen wird das zu Fuß Gehende sicherer und Nutzer*innen des 35A könnten sich auf die Beschleunigung der Busse freuen.